Episoden guide

Teaser

Akt 1

Akt 2

Akt 3

Akt 4


Production #V701 - Episode 1


STORY BY
Melissa Good


TELEPLAY BY
Susanne Beck & TNovan


PRODUCED BY
Carol Stephens
 


DIRECTED BY
Denise Byrd

SCREENGRABS
Judi Mair


ARTWORK
Lucia


EPISODE TITLE GRAPHIC
Judi Mair
 


ÜBERSETZER
Beatrice


TEASER

EINBLENDE:

AUSSEN. LAGERFEUER. WALDLICHTUNG. NACHT.

GABRIELLE sitzt auf ihren Fellen. Rechts neben ihr steht ein Teller mit unberührtem Essen. Eine aufgerollte Schriftrolle liegt auf ihrem Schoß. Sie trägt einen Fellumhang, den sie um ihr Gesicht zieht, während sie tief einatmet. Sie seufzt, ihr Atem hüllt ihren Kopf in Nebel, ihre Schultern zusammengesunken, besiegt.

Ein Geräusch kommt aus den Bäumen und Gabrielle dreht rasch ihren Kopf, kneift ihre Augen zusammen. Das Geräusch wiederholt sich, ein Rascheln im Laub, und Gabrielles Hände bewegen sich zu ihren SAIS.

GABRIELLE
(sanft, klagend)
Xena?

Eine Eule schreit von dem Baum über ihr und fliegt in den Nachthimmel. Gabrielle wendet sich traurig ab und schaut zurück, hinunter auf ihre Rollen. Sich die Augen ausreibend, findet sie ihre Stelle und beginnt zu überlesen, was sie gerade geschrieben hat.

GABRIELLE
(Stimme aus dem Off)
Es sind zwei Monate vergangen seit Japa und Xenas Tod.
Und anstatt leichter zu werden, wird es nur immer schwerer.
Wenn sie nicht hier ist, sehe ich sie überall.
Wenn sie da ist, ist alles, was ich sehe ein Geist. Ich kann nicht leben mit
den Alpträumen, die der Schlaf bringt, und ich weiß
nicht, wann ich zum letzten Mal etwas gegessen habe.
Mein Kopf ist voller Fragen,
Fragen, die ich mich zu stellen sehne, aber nicht kann.

Und mein Herz...

(eine Pause, ruhiger)

Mein Herz ist leer.

Eine einzelne Träne rollt Gabrielles Wange hinunter.

GABRIELLE
(Stimme aus dem Off)
"Auch im Tod, Gabrielle,
werde ich dich niemals verlassen", sagte sie.
Wie kann etwas, das einst ein Segen war,
sich in einen solchen Fluch verwandeln?

Gabrielle rollt die Rolle vorsichtig zusammen und steckt sie in ihre Tasche, wo sie neben der URNE mit Xenas Asche ruht. Während sie sich auf ihren Fellen ausstreckt, entscheidet sie sich für ein erneuten fruchtlosen Versuch zu schlafen.

ÜBERGANG ZU:

AUSSEN. SELBER LAGERPLATZ. SONNENAUFGANG.

Gabrielle erwacht und im Licht des neuen Tages wird offensichtlich, wie die vergangenen zwei Monate ihres Lebens ihre Spuren hinterlassen haben. Ihr Haar ist schlaff und matt. Ihre Augen sind eingesunken, rot umrandet und haben ihren Glanz verloren. Sie ist sehr dünn und ihre Kleider scheinen sich an ihr festzuhalten. Als sie sich umdreht um den Sonnenaufgang über den Bäumen zu beobachten, erscheint XENA aus der anderen Seite des Lagerplatzes. Sie runzelt leicht die Stirn, dann schleicht sie leise über den Platz um ihre Arme vor Gabrielle in einer Umarmung von hinten zu verschränken.

Gabrielle versteift sich und Xena reißt sich los, ihr Stirnrunzeln verstärkt sich.

GABRIELLE
(sanft, tonlos)
Hey.

XENA
(besorgt aussehend)
Ist etwas nicht in Ordnung?

GABRIELLE
(eine Pause, als ob sie gegen
etwas kämpft)
Nein.

(lächelnd halbherzig)

Im Großen und Ganzen ist alles okay.
Schöner Morgen, nicht?

Ohne auf eine Antwort zu warten, läuft Gabrielle zurück zur Mitte des Lagers und beginnt zu packen. Ihre Bewegungen laufen schnell und präzise ab, ohne ihre Erschöpfung zu verraten, aber Xena kann die Fassade durchschauen.

Xena geht einen Schritt vorwärts.

XENA
Gabrielle?

Die Frage ignorierend läuft Gabrielle an Xena vorbei und lädt ihre Ausrüstung auf ARGO. Sie sieht sich ein letztes Mal um.

GABRIELLE
Nun, ich schätze, es ist Zeit aufzubrechen.
Das ‚Mädchen mit dem Chakram' muss
selber nach Ägypten kommen.

Sie besteigt mühelos Argo, dann streckt sie eine Hand aus. Zum ersten Mal sieht sie Xena direkt an.

GABRIELLE
Kommst du?

Xena zögert nur für einen Moment, dann durchquert sie das Lager und ergreift Gabrielles Hand als Erlaubnis sich nach oben ziehen zu lassen. Ein weiches Schnalzen zu Argo und sie sind auf dem Weg.

ÜBERGANG ZU:

AUSSEN. PFAD. AM SELBEN TAG.

Xena läuft neben Argo entlang, die ihr Tempo zu Schritt verlangsamt hat. Gabrielle sitzt zusammengesunken im Sattel, halb eingeschlafen. Zu ihrer Linken befindet sich ein dürrer Baumbestand, die letzte solche Gruppe für Meilen. Vor ihnen liegt der Beginn der gewaltigen ÄGYPTISCHEN WÜSTE.

Xena langt hinauf und schüttelt sanft Gabrielles Oberschenkel.

GABRIELLE
(verträumt)
Was? Was ist los?

XENA
(liebevoll)
Du schläfst da oben ein.
Ich denke, es ist Zeit zu rasten für die Nacht.
Brechen wir wieder auf, wenn du eine
gute Nacht lang Schlaf hattest.

GABRIELLE
(sarkastisch)
Schlaf? Was ist das?

XENA
Gabrielle . . . .

GABRIELLE
Nein, mir geht's gut.
Ich brauche nur weiter zu gehen.

XENA
Was du brauchst, ist Schlaf. Und etwas zu essen.
Ägypten wird nicht davonlaufen.

GABRIELLE
(gereizt)
Du gibst hier keine Befehle
mehr, Xena! Du bist tot, erinnerst du dich?

(eine Pause, aus dem Off von Xenas verletztem Aussehen)

Du hast deine Entscheidungen getroffen.
Jetzt lass mich meine treffen.

XENA
Gabrielle, hör zu. . . .

Gabrielle hält ihre Hand auf. Es ist offensichtlich, dass sie ihre Grenze erreicht hat. Der Mangel an Schlaf und Essen und die emotionale Qual die sie ausgestanden hat, fordern ihren endgültigen Tribut. Ihre Worte sprudeln in einem fast atemlosen Sturz heraus.

GABRIELLE
Nein, Xena, du hörst zu.
Ich brauche kein Essen und ich brauche keinen Schlaf.
Was ich brauche, ist allein gelassen zu werden.
Ich muss trauern.  Verstehst du das nicht?

Tränen fließen ungehindert über ihr Gesicht. Sie scheint es nicht zu bemerken.

GABRIELLE
(weiter)
Du hast . . . mich einfach verlassen.
Und ich muss damit zurechtkommen.
Aber wie kann ich das, wenn du weiterhin in mein Leben
hineinplatzt, als wäre nichts passiert?
Nun, es ist etwas passiert!
Du bist tot! Du bist tot und du
kommst nicht zurück! Ich muss das akzeptieren
und ich muss mich damit auseinandersetzen.
Allein.

Sie wendet ihren Kopf ab, indem sie für einen langen Moment in weite Ferne sieht.

GABRIELLE
(weiter)
Ich habe zu dir gestanden und dich deine
Entscheidungen treffen lassen, Xena.
Jetzt brauche ich dich um mir beizustehen
und mich meine treffen zu lassen.

(eine Pause)

Lass mich gehen. Lass mich trauern. Bitte.

Xena steht unbeweglich, der Schock deutlich in ihrem Gesicht geschrieben. Es ist klar, dass sie etwas, irgendetwas sagen will, aber der Schmerz über das, was sie hört, lähmt ihre Zunge.

GABRIELLE
(weiter)
Wiedersehen, Xena.
Ich liebe dich.

Xena steht da und beobachtet, wie Gabrielle Argo in einen schnellen Galopp drängt. Eine einzelne Träne hinterlässt eine Spur ihre Wange hinunter.

XENA
(flüsternd)
Wiedersehen, Gabrielle.

AUSBLENDE:

ENDE DES TEASERS

AKT 1