Episodenguide

Teaser

Akt 1

Akt 2

Akt 3

Akt 4


 

 

AKT 1

 

EINBLENDE:

 

AUSSEN. GROSSE STADT - TAG

 

Xena und Gabrielle betreten die Stadt. Ihr Auftauchen scheint nicht die Aufmerksamkeit der Bewohner zu erregen, die damit beschäftigt sind, ein großes Marktfest zu besuchen, das sich durch alle Straßen und um die Gebäude herum windet . Die Stadt scheint sehr wohlhabend zu sein. Die Bürger wirken fröhlich und sie begrüßen Xena und Gabrielle mit freundlichen Gesichtern und Lächeln, als die beiden Frauen durch die Festivitäten wandern .

 

GABRIELLE

Schön, zur Abwechslung mal

glückliche Menschen zu sehen.

 

XENA

Ummhmm.

 

Zwei Frauen mit Körben voller Blumenhalsketten tanzen vorbei. Sie halten und bieten Xena und Gabrielle jeweils eine an, legen sie um ihren Hals, bevor sie kichernd weiterlaufen. Xena begutachtet) eine der Blumen, schnüffelt dann versuchsweise daran.

 

GABRIELLE

Das ist definitiv besser, als einen

Backstein über den Kopf gehauen zu bekommen.

 

 

Sie betreten den Hauptmarktplatz. Nahe dem einen Ende verkaufen zwei Männer Fläschchen mit irgendeiner Kräutermixtur und neben ihnen präsentiert ein Töpfer einen Holztisch voll mit gut gemachten Krügen und Töpfen.

 

XENA

Willst du ein bisschen einkaufen?

 

Gabrielle betrachtet den Tisch. Sie zuckt mit den Schultern.

 

GABRIELLE

Nein.

 

Xena sieht sie überrascht an.

 

GABRIELLE

(weiter)

Es ist mir endlich klar geworden, dass je mehr

Zeug ich kaufe, desto mehr muss ich schleppen.) Lass' uns gehen.

 

Gabrielle übernimmt die Führung auf ihrem Weg über den Marktplatz und sie erreichen die Stadttaverne. Der Wirt, ein Mann mittleren Alters mit einer Lederschürze, steht draußen und kehrt den Boden vor der Taverne mit einem Strohbesen.

 

XENA

'n Abend.

 

Der Wirt sieht sie von oben bis unten an, lächelt dann.

 

WIRT

'n Abend, meine Damen. Kann ich Euch für ein

Zimmer, ein Bad und ein gutes Essen interessieren?

 

GABRIELLE

(lächelnd)

Warum?  Sehen wir so aus, als ob wir das bräuchten?

 

Der Wirt reagiert ein wenig verlegen.

 

WIRT

Nein…Nein! Nein…nur so

eine Redensart, wisst Ihr!

 

XENA

(trocken)

Wir nehmen alles. Wie viel?

 

 

Der Wirt sieht sie erneut prüfend an.

 

WIRT

Fünf Dinare.

 

Xena sieht ihn streng an.

 

WIRT

(weiter)

Inklusive Abendessen.

 

Xena sieht ihn noch strenger an.

 

WIRT

(weiter)

Und einem Stall für euer schönes Pferd.

 

Xena lächelt. Gabrielle versteckt ein Grinsen.

 

GABRIELLE

Nettes Festival, was ihr hier habt.

 

Der Wirt nickt.

 

WIRT

Es war ein gutes Jahr. Die Dinge

sind viel besser, seit diese

Blutsauger vom Olymp weg sind.

 

Xena und Gabrielle werfen sich bedeutsame Blicke zu.

 

GABRIELLE

Wirklich? Warum setzt du dich nicht zu uns

und erzählst uns mehr darüber?

 

 

Xena nimmt einen Arm, Gabrielle nimmt den anderen Arm und sie eskortieren den Wirt in die Taverne, bevor er protestieren kann. Der Besen fällt vergessen zu Boden.

 

ÜBERBLENDE ZU:

 

INNEN. ARES' TEMPEL - NACHT

 

Das Innere des Tempels sieht, wenn überhaupt, noch zerstörter aus als vorher. Ares sitzt auf dem zerbrochenen Altar, das Chakram mit einem sehr ärgerlichen Gesicht gegen den Stein schlagend.

 

ARES

Blödes Stück....

 

Frustriert wirft Ares das Chakram durch den Tempel und es kracht in die Wand. Anstatt zu ihm zurückzukehren, fällt es klappernd zu Boden.

 

ARES

(weiter)

Ich habe zu lange gewartet.

 

Ares steht auf und marschiert.

 

ARES

(weiter)

Xena… Xena... Xena....

(Pause)

Warum musst du mich immer in den Wahnsinn treiben?

 

Ares hebt seine Hände und lässt sie zu den Seiten herabfallen.

 

ARES

(weiter)

Aber treibst es nie mit mir?

 

Er lacht bitter.

 

ARES

(weiter)

Wer hätte gedacht, dass die Macht, die ich brauchen würde, um meine glorreichen Tage zurück zu bringen,

in einem Geschenk eingeschlossen ist, das ich dir gab?

 

 

Ares geht herüber und tritt das Chakram. Dann hebt er das Chakram auf und sieht es spekulierend an.

 

ARES

(weiter)

Ich muss sie aus dir herausholen, nicht wahr?

Dann können wir Zwei so richtig Spaß haben.

 

Ares dreht das Chakram, dreht es dann auf seinem Finger, während er nachdenkt. Er lächelt, hängt das Chakram wieder an die Hüfte, poppt dann weg in einem Blitz aus blauer Ungeduld.

 

SCHNITT ZU:

 

INNEN. STADTTAVERNE - NACHT

 

 

Xena und Gabrielle sitzen an einem Tisch mit den Resten eines guten Abendessens vor ihnen. Beide halten Krüge mit Bier, während sie dem Wirt zuhören.

 

WIRT

So... Das ist die Geschichte! Gewöhnlich ging die

Hälfte unserer Ernte an die Götter. Ein Weizenfeld an diesen,

eine Schweineherde an jenen … Pah!

 

GABRIELLE

Jetzt könnt ihr also alles behalten.

 

 

WIRT

Genau und Gott sei Dank!

Sie waren nicht einen Dinar wert. Schaut,

wir sind immer noch hier, oder? Sind

nicht von der Erde runtergefallen ohne sie?

 

Der Wirt erhebt sich und schlägt auf den Tisch.

 

WIRT

(weiter)

Nun ja, es war nett mit euch zu reden,

aber ich habe mich um eine Taverne zu kümmern.

Ich wünsche euch Damen eine ruhige, gottlose Nacht.

 

Xena winkt mit der Hand, als er geht. Sie leeren ihre Krüge, stoßen sich dann vom Tisch ab und verlassen den Raum, der ständig voller wird.

 

SCHNITT ZU:

 

INNEN. RUINEN DES OLYMP – ARES’ – ZEIT UNWICHTIG

 

Ein niedriger Nebel wirbelt über den Boden eines großen Raums. Es gibt ein Fenster an einer Seite, aber außerhalb des Fensters ist eine leere Dunkelheit. Die Wände sind mit Samt drapiert und der Boden ist mit Tierfellen bedeckt. In der Mitte des Raumes befindet sich ein riesiges, riesiges Bett, beladen mit Kissen. Darüber hängt ein Spiegel.

 

Der Raum wirkt verlassen. Über allem scheint ein Staubschleier zu hängen und obwohl die Betttücher zerrumpelt sind, liegen sie über die Seite und hängen auf den Boden. In der Nähe der Tür befindet sich eine Hundeschüssel mit drei Näpfen, die umgestoßen sind.

 

Ares tritt ein. Er starrt auf die Schüssel, kickt sie dann aus dem Weg und geht zu einer Truhe nahe dem Fenster. Er wirft den Deckel auf und beginnt Sachen herauszunehmen und über die Schulter zu werfen. Die meisten Dinge sind unidentifizierbar, aber Peitschen, Ketten und Dinge mit Spitzen daran kommen auffallend häufig vor.

 

ARES

Wo bist du? Hmm?

 

Ares zieht eine seidene Robe heraus. Er starrt sie an, schnüffelt dann daran, eine Grimasse ziehend, bevor er sie wegwirft. Dann holt er einen alten Keramikkasten heraus, quadratisch und sehr staubig.

 

ARES

(weiter)

Ah!

 

Ares nimmt den Kasten und setzt sich aufs Bett. Er öffnet den Kasten, nimmt dann das Chakram von seiner Hüfte und legt es hinein. Es passt in die runde Vertiefung im Zentrum. Außen am Kasten befinden sich herausragende ägyptische Hieroglyphen. Ares betrachtet die Zeichen, den Kasten herumdrehend und dann über Kopf haltend, um sie zu lesen.

 

ARES

(weiter)

War ja klar. Ich hasse Sand.

 

 

Ares erhebt sich und nimmt den Kasten unter den Arm. Er schnappt mit den Fingern und verschwindet.

 

SCHNITT ZU:

 

INNEN. ZIMMER IN DER TAVERNE – NACHT

 

Xena liegt mit dem Rücken auf dem Bett mit den Händen hinter dem Kopf. Sie trägt ein einfaches Nachthemd und ihre Haare sind feucht. Gabrielle steht nur in ein Handtuch gewickelt nahe dem Fenster und bürstet ihr ebenfalls feuchtes Haar aus.

 

XENA

Ich habe nie wirklich darüber nachgedacht.

 

 

Gabrielle stoppt und sieht sie an.

 

GABRIELLE

Darüber wie es jeden anderen nach

all dieser Zeit berühren würde?

 

Xena seufzt. Gabrielle legt die Bürste hin und geht zum Bett, sich neben Xena auf die Seite legend.

 

GABRIELLE

(weiter)

Wir haben die Götter bekämpft, weil

wir es mussten. Es ist schön zu sehen,

dass daraus gute Dinge entstanden sind.

 

Xena streichelt mit der Rückseite ihrer Finger über Gabrielles Wange.

 

XENA

Wo bleibt Ares dabei?

Was ist ein Gott ohne Gläubige?

 

Gabrielle denkt darüber nach.

 

GABRIELLE

Ich weiß es nicht.

 

Gabrielle dreht leicht ihren Kopf und küsst Xenas Finger. Xena lächelt. Sie rollt auf ihre Seite und sie küssen sich mit einer warmen, vertrauten Leidenschaft. Xena lehnt ihre Stirn gegen Gabrielles.

 

 

XENA

Wenn ich Ares wäre, würde ich nach einem

Weg suchen, mein Reich wieder aufzubauen.

 

Gabrielle knabbert an Xenas Nasenspitze.

 

GABRIELLE

Wie passt das Chakram da rein?

 

XENA

Ich weiß es nicht.

 

Xena lockert das Handtuch und zieht Gabrielle in eine Umarmung.

 

XENA

(weiter)

Aber ich wette, wir werden es herausfinden.

 

Gabrielle zieht die Decken über sie beide.

 

GABRIELLE

Vielleicht, aber ich wette,

es hat Zeit bis morgen.

 

XENA

Keine Wette.

 

Xena zieht einen Dolch aus dem Nichts und schleudert ihn über Gabrielles Kopf. Er zerteilt die Kerze in zwei Hälften und schickt die brennende Seite zu Boden, wo sie erlischt. Das Zimmer wird dunkel, aber nicht still.

 

 

ABBLENDE.

 

ENDE DES ERSTEN AKTES

 

AKT 2