Episodenguide

Teaser

Akt 1

Akt 2

Akt 3

Akt 4


 

 

AKT 4

 

EINBLENDE:

 

INNEN. ÄGYPTISCHER TEMPEL - INNERE KAMMER – KURZE ZEIT SPÄTER

 

Der Raum ist ein einziges Schlachtfeld. Es ist offensichtlich, dass Xena versucht hat jedes einzelne Möbelstück oder jede einzelne Wanddekoration zu benutzen um zu versuchen die Tür zu öffnen.

 

Xena hebt eine Marmorstatue hoch und läuft hinüber, um sie in einem Akt purer Frustration gegen die Tür zu schleudern. Sie zerbricht mit großem Lärm in Stücke, aber das Portal bleibt unberührt.

 

XENA

(schreiend)

Sohn einer Bacchei.

 

Gabrielle tritt ein.

 

GABRIELLE

Danke. Ich hatte ein wenig

Probleme, dich zu finden.

 

 

Xena dreht sich um und hebt einen Kelch auf, um ihn gegen die andere Wand zu werfen. Er pralIt ab und landet mit einem Scheppern.

 

XENA

Verdammt.

 

Gabrielle geht zu ihr und holt das Auge des Hephaistos unter ihrem Gewand hervor.

 

GABRIELLE

Hab es.

 

Xena starrt das Auge an.

 

GABRIELLE

(weiter)

Hast du Ares gefunden?

 

XENA

Oh, ich hab ihn recht schnell gefunden. Er hat

so einen Kerl mit einem Hundekopf,

der DORT drin das Chakram trennt!

 

Gabrielle sieht die Tür an.

 

GABRIELLE

Dort drin? Was meinst

du damit, es trennen?

 

Xena setzt sich in den einzigen verbliebenen Stuhl. Sie ist sichtlich erschüttert.

 

XENA

Er teilt es in seine

dunkle und helle Seite.

(Pause, angewidert)

Rate, welche er will.

 

Gabrielle läuft zu der inneren Tür und begutachtet sie.

 

GABRIELLE

Um dich zu ihm zurückzuholen?

 

XENA

So etwas in der Art.

 

 

Gabrielle schüttelt ihren Kopf.

 

GABRIELLE

Immer das Gleiche.

(seufzend)

Na ja, wir haben das Auge.

Lass es uns verwenden.

 

Xena steht auf und geht hinüber zu Gabrielle. Sie nimmt ihr das Auge aus der Hand und sieht es sich an.

 

XENA

 Du hast es bekommen. Hat deren

Göttin es einfach aufgegeben?

 

GABRIELLE

Nein. Qetesh hatte es. Sie

ist deren Göttin der Liebe.

 

XENA

Und?

 

GABRIELLE

(kühl)

Ich gab ihr etwas, dass

sie schätzte, im Austausch.

 

Xena starrt Gabrielle an. Gabrielle sieht gelassen zu ihr zurück. Nach einer Minute senken sich Xenas Augen.

 

XENA

In Ordnung. Lass uns gehen.

 

Xena und Gabrielle wenden sich zum Gehen, als sie rennende Schritte näherkommen hören.

 

GABRIELLE

Oh oh.

 

XENA

Ja. Komm schon.

 

Xena zieht Gabrielle hinter die Tür zu dem Raum und hält sie fest, als die Tür aufspringt und ein Trupp ägyptischer Wachen hereinstürmt. Sie sehen sich die Zerstörung in dem Raum an.

 

Der Führer der Wachen versucht die innere Tür zu öffnen, dann dreht er sich um, offensichtlich zufrieden.

 

KAPITÄN DER WACHEN

Da entlang! Sie müssen

auf den Schatz aus sein!

 

Die Wachen stürmen hinaus. Nach einem Augenblick der Ruhe schwingt Xena die Tür auf und lässt Gabrielle los. Sie spähen vorsichtig zur Tür hinaus, dann verschwinden sie im vollen Lauf.

 

SCHNITT ZU:

 

INNEN. ARES’ TEMPEL - NACHT

 

Ares steht in der Mitte seines Tempels. Er ist umgeben von einem dunklen, purpurnen Leuchten, das seinen Körper umreißt und das Innere des Tempels erleuchtet.

 

ARES

Mmm.....  Wie konnte ich

das gehen lassen?

 

 

Er beginnt langsam, sich zu drehen. Während er das tut, breitet sich Licht aus und berührt das Innere des Tempels. Wo es hinreicht, verwandelt sich der Tempel von einem kurz und klein geschlagenen, trümmergefüllten Raum in einen verführerischen Palast.

 

Der zerbrochene Altar ist wiederhergestellt und die Wände umzingeln ihn und werden ein Ganzes, behängt mit scharlachrotem und schwarzem Samt.

 

Ares hält das Dunkle Chakram hoch. Es ist ein vertrauter, perfekter Kreis mit leuchtenden Steinen an seinem Rand, einfach und vor Macht glänzend.

 

ARES

(weiter)

Jetzt zum spaßigen Teil.

 

Ares schließt seine Augen und draußen hört man ein Donnergrollen.

 

SCHNITT ZU:

 

INNEN. ÄGYPTISCHER TEMPEL - KATAKOMBEN - NACHT

 

Xena und Gabrielle rennen den Gang hinunter auf eine offene Tür zu, mit dem Soldatentrupp hinterdrein rasend.  Sie hetzen in den Raum und ziehen ihre Waffen in perfekter Übereinstimmung, drehen sich um, um sich ihren Verfolgern entgegenzustellen und stoßen aus vollem Halse Schreie aus.

 

XENA UND GABRIELLE

YEAAHHHHH!!!!!!!!!

 

Die Wachen finden sich in einem Kampf um ihr Leben wieder. Sie bekämpfen Xena und Gabrielle, aber es wird schnell offensichtlich, dass sie weit überfordert sind.

 

Xena greift den Nächsten an, tauscht Schläge zwischen ihrem Schwert und seiner gebogenen axtähnlichen Waffe aus. Er versucht ihre Hand abzuhacken, aber Xena wirbelt herum und verhakt die Axt mit ihrer Schwertklinge, zieht den Mann über ihre Schulter und lädt ihn auf dem Boden ab.

 

Gabrielle fängt den gebogenen, scharfen Haken eines anderen Mannes mit ihren Sais und tritt ihm in die Weichteile, als sie sich abmühen sich gegenseitig zu bezwingen. Der Mann beugt sich vornüber und Gabrielle löst ihre Sais und hämmert deren Griffe auf seinen Kopf. Er fällt.

 

Zwei andere Männer greifen in einer Gruppe an, zwei von ihnen versuchen Gabrielle und Xena mit ihren Speeren aufzuspießen, während die anderen mit Schwertern nach ihnen stoßen.

 

In Teamarbeit entwaffnen Xena und Gabrielle sie einen nach dem anderen, Xena packt den Schwertarm eines Mannes, während Gabrielle das Schwert aus seiner Hand tritt, dann lässt Gabrielle einen Speer an sich vorbeigehen und hält ihn fest, während Xena in die Luft springt, sich mit einem Überschlag dreht und dabei den Mann mit beiden Füßen um den Hals packt, sodass er zu Boden geht.

 

KAPITÄN DER WACHEN

Das sind Dämonen!

 

 

XENA

Diesmal nicht.

 

Xena schlägt eine Wache nieder, die sich über Gabrielles kniende Gestalt rückwärts überschlägt. Gabrielle nagelt ihm ihren Ellbogen in den Kiefer, als er fällt.

 

Der letzte Mann dreht sich um und rennt hilfeschreiend davon.

 

Xena putzt ihre Hände ab und steckt ihr Schwert in die Scheide. Sie packt Gabrielles Arm und sie rennen die Stufen hinunter in die Katakomben.

 

SCHNITT ZU:

 

AUSSEN. ARES’ TEMPEL - MORGEN

 

Die Sonne steigt über Ares’ wiederhergestelltem Tempel auf. Er geht nach draußen und streckt sich, wobei er seiner Hände Werk bewundert.  Vor dem Tempel befindet sich eine Straße und als er die Straße hinabsieht, erblicken wir in der Ferne Städte.

 

Draußen befindet sich ein Gong.  Ares hebt den Schlegel daneben auf und lässt ihn fliegen, sodass der Gong mit einem entsetzlichen Lärm ertönt.

 

Die Echos fliegen die Straße hinunter. Weit entfernt halten Figuren in ihrer Bewegung inne und schauen zu dem Tempel auf.

 

Ares schaut hinter sich. Der wiederhergestellte Tempel glüht in einem rot/goldenen Licht, das gegen die Wolken pulsiert.  Er lacht. Er schlägt den Gong wieder und wieder und sendet damit einen Ruf aus, den die Leute unter ihm zu hören scheinen und dem sie beginnen zu gehorchen.

 

SCHNITT ZU:

 

AUSSEN. SCHIFF – AUF DEM MEER - ABEND

 

Gabrielle sitzt in der Nähe des Bugs. Es ist bewölkt und ein Sprühnebel kommt von der stürmischen See über die Reling des Bootes. Gabrielles Gesicht hat annähernd dieselbe Farbe wie das Wasser und sie sieht miserabel aus.

 

 

Xena erscheint und setzt sich neben sie. Sie hält eine Tasse und, nachdem sie sie ein wenig in ihrer Hand gedreht hat, bietet sie sie Gabrielle an.

 

XENA

Das sollte helfen.

 

Gabrielle nimmt die Tasse. Sie trinkt daraus, dann setzt sie sie ab und sieht zu den Wolken hinauf.

 

GABRIELLE

Jetzt tut es mir Leid, dass wir nach dem Boot gerannt sind.

 

XENA

Es war das letzte zurück nach Hause,

Gabrielle. Würdest du lieber laufen?

 

GABRIELLE

Lass mich darauf zurückkommen.

 

Sie sitzen für eine Weile ruhig zusammen.

 

XENA

Ich habe nachgedacht.

 

GABRIELLE

Mm.

 

XENA

Dieses Mal muss es endgültig sein,

Gabrielle. Wir können nicht einfach nur... verderben,

welches Spiel auch immer Ares gerade spielt.

 

Gabrielle rutscht etwas und sieht Xena an.

 

GABRIELLE

Ah. Für die höhere Sache, stimmt’s?

 

Xena legt ihren Arm auf ihr Knie und schüttelt ihren Kopf.

 

XENA

Nein. Für uns.

 

 

GABRIELLE

Uns?

 

XENA

So lange, wie er da draußen ist, wird er

mich wollen. So lange, wie er mich haben will,

werden du und ich niemals Ruhe haben.

 

Gabrielle scheint sprachlos. Xena sieht sie nicht an. Sie betrachtet die endlose See.

 

 

XENA

(weiter)

Ich will Frieden.

(nickend)

Für uns.

 

Gabrielle dreht sich um und wendet sich zu Xena.

 

GABRIELLE

Xena, ich werde dich etwas fragen

und ich will, dass du mir die

Wahrheit sagst, egal, wie sie lautet.

 

Xena wartet.

 

GABRIELLE

(weiter)

Ist er dein Vater?

 

 

Xena scheint fast erleichtert über die Frage, als ob sie etwas anderes erwartet hätte.

 

XENA

Nein.

 

GABRIELLE

Selbst wenn er....

 

XENA

Selbst wenn er das gesagt hat. Er hat gelogen.

 

Gabrielle nickt.

 

XENA

(weiter)

Jetzt werde ich dich etwas fragen

und ich will die Wahrheit.

 

Gabrielle wartet.

 

XENA

(weiter)

Wegen dem Auge....

 

GABRIELLE

Es war Qetesh als Schutz

gegeben worden, von Set,

dem Gott der Lust.

 

XENA

Ja, aber....

 

GABRIELLE

Ich habe einen Schutz

gegen einen anderen getauscht.

 

Xena runzelt die Stirn, dann wandern ihre Augen von Gabrielles Gesicht zu ihrem Rücken, der unter ihrem Mantel versteckt ist. Sie sieht fragend zurück in Gabrielles Gesicht.  Gabrielle lächelt.

 

XENA

Du hast den Drachen aufgegeben?

Gabrielle, er....

 

GABRIELLE

Er war gedacht... um dich zu ersetzen.

 

Gabrielle sieht hinaus über das Meer.

 

GABRIELLE

(weiter)

Du hast sie es mir geben lassen, weil 

du wusstest, dass du nicht mehr länger

da sein würdest und dachtest, es würde mir helfen.

 

Xena ist still.

 

GABRIELLE

(weiter)

Ich habe es gehasst.

 

Xena nickt verständnisvoll.

 

XENA

Das wird nicht einfach werden.

Zu der Zeit, zu der wir zurückkommen, wird er

Zeit gehabt haben eine Anhängerschaft aufzubauen.

 

 

GABRIELLE

Was auch immer nötig ist, wir werden es tun.

 

Gabrielle legt ihre Hand auf Xenas Wange, dann lehnt sie sich nach vorn und küsst sie leidenschaftlich. Sie trennen sich.

 

XENA

Fühlst du dich besser?

 

Gabrielle lächelt.

 

GABRIELLE

Viel besser. Du?

 

Xena nickt und lächelt ebenfalls. Das Schiff bäumt sich plötzlich auf und fällt zurück und eine Welle schwappt über den Bug und durchnässt sie.

 

SCHNITT ZU:

 

AUSSEN. ARES’ TEMPEL - WOCHEN SPÄTER - NACHT

 

Die Szene ist jetzt völlig verändert. Außerhalb von Ares' Tempel befindet sich ein großes Lager, voll mit Hunderten von Frauen und Männern.  Ares' Banner fliegt über dem Zelt und es ist offensichtlich, dass dies seine neuen Gefolgsmänner sind.

 

Es ist ein Kriegslager, mit überall aufgeschichteten Waffen und zankenden Männern in jeder Ecke, die hoffen, Ares Augen auf sich zu ziehen. Aber es sind ebenso Frauen hier. Als Kämpfer und als Dienerinnen. Sie kochen und putzen um die Kämpfer herum, wobei sie stolz Ares' rote Farben um ihre Oberarme gebunden tragen.

 

Ares’ Tempel ist jetzt ein prächtiges Gebäude. Goldpaneele kleiden die Vorderseite aus und die Stufen sind mit Marmorplatten belegt worden. Fackeln säumen den Eingang und eine Reihe Wachen steht vor dem Tempel, die Waffen zu einem fast schmerzhaften Leuchten poliert.

 

Ares erscheint auf dem Dach seines Tempels, auf der Seite liegend und seine neuen Verehrer mit einem großen, sexy Grinsen musternd.

 

ARES

Das ist doch schon besser.

 

 

Eine Gruppe von sechs Männern marschiert mit einer Kiste die Stufen hinauf. Sie laufen ins Innere des Tempels.

 

ARES

(weiter)

Oo... Frage mich, ob da

eine Jungfrau drin ist.

 

Ares lacht, dann rollt er herum und sieht zu den Sternen hinauf, wobei er seine Hände unter seinen Kopf legt.

 

ARES

(weiter)

Perfekt.

(innehaltend)

Fast.

 

Ares setzt sich auf und lässt die Beine über die Kante des Daches baumeln. Er sieht hinaus in die Dunkelheit... vorbei an der Menge, vorbei an den Fackeln.

 

ARES

(weiter)

Wo bist du, Xena? Ich kann dich

dort draußen fühlen... ich weiß, du

kannst fühlen, wie ich dich rufe.

 

 

Ares hebt das Dunkle Chakram hoch und schaut hindurch zum Mond auf.

 

ARES

(weiter)

Du kannst es fühlen. Du willst es.

Wolltest du immer.

(innehaltend)

Komm zu mir.

 

Ares schließt seine Augen und das Chakram leuchtet.

 

SCHNITT ZU:

 

WÄLDER AUSSERHALB ARES’ TEMPEL - NACHT – ZUR SELBEN ZEIT

 

Ein Streifen Mondlicht umreißt Xenas Augen.  Sie steht im Schatten der Bäume und sieht hinaus über Ares' neuen Tempel und die Menge darum herum.

 

Gabrielle tritt neben sie.

 

GABRIELLE

Sieh sie dir an.

 

 

XENA

Narren.

 

Gabrielle schüttelnd zögernd ihren Kopf.

 

GABRIELLE

Sind sie das? Vielleicht brauchen manche Menschen

eben etwas, an das sie glauben können, Xena.

 

Xena dreht sich um und sieht sie an, als ob sie ihren Verstand verloren hätte.

 

XENA

Was?

 

Gabrielle lächelt kurz.

 

GABRIELLE

Ich meine nicht ihn. Überhaupt. Ich pflegte

zu denken, dass ich irgendwo dort draußen, irgendetwas

finden würde, in das ich mein Vertrauen setzen könnte.

An das ich glauben könnte und das

meinem Leben einen Sinn geben würde.

 

Xenas Lippen spannen sich.

 

XENA

Schätze, jetzt weißt du es besser, wie?

 

 

Gabrielle lächelt und sieht Xena an, obwohl Xena sie in der Dunkelheit nicht sehen kann.

 

GABRIELLE

Etwas in der Art, ja.

 

Xenas Augen fallen kurz zu Boden, dann dreht sie sich um und legt eine Hand auf Gabrielles Schulter.

 

XENA

Sind wir bereit?

 

Gabrielle wird ernst.

 

GABRIELLE

So bereit wie immer.

 

XENA

In Ordnung. Lass uns gehen.

 

Gabrielle streckt die Hand nach oben aus, umfasst Xenas Gesicht und zieht es herunter um sie zu küssen. Sie küssen sich für einen langen Augenblick, dann trennen sie sich.

 

GABRIELLE

Sei vorsichtig.

 

XENA

Du auch.

 

Sie nicken, dann drehen sie sich um und verschwinden in die Dunkelheit.

 

SCHNITT ZU:

 

INNEN. ARES’ TEMPEL - NACHT - SPÄTER

 

Ares sitzt in seinem neu und prächtig wiederhergestellten Thronsessel über einem großen Marmorplatten-Altar. Der Altar ist blutverfärbt und Opfergaben sind darauf drapiert.

 

Eine nackte Frau tanzt verführerisch auf den Stufen und Ares dreht langsam einen Weinbecher in seinen Händen, während er sie beobachtet. Er summt mit der Musik der zwei anderen spärlich bekleideten Frauen nahe der Wand mit, die ihre Instrumente zum Tanz spielen.

 

ARES

Es wird einfach nicht

besser als das.

 

Die Tür öffnet sich plötzlich und Xena und Gabrielle treten ein.

 

ARES

(weiter)

Ah.... Vielleicht doch.

Wurde Zeit, dass ihr kommt.

 

 

Xena schlendert im Tempel herum, wobei sie um die Musikantinnen verächtlich herumgeht.

 

XENA

Dumme werden jede Minute geboren....

Und du hast die Ausbeute

eines Jahres hier, oder?

 

Gabrielle läuft hinüber zu dem Altar. Die nackte Frau sieht sie an. Gabrielle blickt zurück, schenkt ihr ein süßes Lächeln und schüttelt ihren Kopf leicht. Sie legt einen Finger auf den Altar, dann sieht sie sich den rostigen Fleck darauf an.

 

GABRIELLE

Stilvoll.

 

Ares steht auf und stellt seinen Becher ab.

 

ARES

Hey, hey, hey.

 

Er stemmt die Hände auf die Hüften.

 

ARES

(weiter)

Das... ist MEIN Tempel.

 

GABRIELLE

Soviel ist sicher.

 

 

Ares richtet den Finger auf sie.

 

ARES

Halt die Klappe, Kurze. Tatsächlich habe ich Geschäfte mit

deiner besseren Hälfte zu machen, also warum gehst

du nicht nach draußen und hältst Nabelschau, hä?

 

Xena vervollständigt ihre Inspektion. Sie landet nahe dem Fuße des Altars. Sie legt ihre Hände auf den Marmor und lehnt sich darauf.

 

XENA

Weißt du, was dein

Problem ist, Ares?

 

ARES

Baby, ich habe keine

Probleme, nicht mehr.

 

Ares schreitet herunter und streift Gabrielle, als er Xena erreicht, hält er an. Er dreht sie herum, sodass sie ihm gegenüber steht.

 

ARES

(weiter)

Jetzt wo du hier bist.

 

Hinter seinem Rücken rollt Gabrielle ihre Augen.  Xena betrachtet Ares von oben bis unten und nimmt eine verführerische Pose ein.

 

XENA

Was lässt dich glauben,

ich bin wegen dir hier?

 

Ares lacht.

 

ARES

Baby, du weißt, du bist es. Du hattest

immer etwas für mich übrig, genau hier.

 

Ares schlägt Xena genau unter ihren Nabel. Xenas Augen verengen sich.

 

XENA

Das hast du immer

gedacht, oder?

 

 

ARES

Das du auf mich

abfährst? Sicher.

 

Ares streckt den Arm aus, um Xena in eine Umarmung zu ziehen. Xena entkommt ihm geschickt und schlägt einen Bogen um ihn, um neben Gabrielle zu landen.

 

XENA

Wie ich schon sagte, weißt du, was

dein Problem ist, Ares? Du hast

niemals wirklich Liebe gefühlt.

 

 

Ares schnaubt. Xena dreht sich zu Gabrielle und hält ihre Hand auf. Gabrielle nimmt sie und lässt sich zu Xena hinüberziehen. Sie neigt ihren Kopf und wartet, während sie Xenas Gesicht beobachtet.

 

XENA

(weiter)

Siehst du das, Ares? Liebe ist

das Leuchten in ihren Augen.

 

Ares rollt seine.  Xena umfasst Gabrielles Gesicht.

 

XENA

(weiter)

Liebe ist gleich, Ares. Liebe sind zwei

Menschen, die.... alles teilen.

 

ARES

Xena, du bringst mich hier um.

 

Xena zieht Gabrielle näher zu sich und sie gleiten in einen leidenschaftlichen Kuss, ihre Körper verschmelzen so lange miteinander, dass es Ares die Beine kreuzen lässt.  Sie halten schließlich inne um Atem zu schöpfen und Xena lächelt.

 

 

XENA

Liebe ist ein Wunder.

 

Xena sieht Ares an, ihre Augen immer noch voll der Leidenschaft, die sie für Gabrielle fühlt.

 

XENA

(weiter)

Ich habe dich nie geliebt.

 

Als die Worte eindringen, windet sich Ares’ Gesicht In ein hässliches Knurren. Xena schlägt um sich, tritt ihn mit ihrem Stiefel in die Eingeweide und lässt dann Gabrielle los. Ares greift nach dem dunklen Chakram und Xena springt von dem Altar, wobei sie Gabrielle sanft in die entgegengesetzte Richtung stößt. Die nackte Frau und die Musikantinnen schreien und rennen davon.

 

ARES

Du Miststück.

 

 

Gabrielle erwischt ihn mit ihrem eigenen zeitlich gut platzierten Tritt in den Hosenboden.

 

GABRIELLE

Nein, mein Miststück. Ist

das nicht ein Tritt ins Ego?

 

Wütend lässt Ares das dunkle Chakkie auf Gabrielle los. Gabrielle wirft sich auf die Erde oder genauer gesagt auf den Steinboden und weiter in eine Rolle, aus dem Weg.

 

Xena zieht ihr Schwert und duckt sich ebenso, lässt das dunkle Chakram über ihren Kopf fliegen, versucht aber nicht, es zu fangen.  Sie greift Ares an ohne zu zögern und er ist gezwungen, das Chakram zu schnappen und sein Schwert zu ziehen um sich zu verteidigen.

 

ARES

Xena! Hör auf oder ich werde....

 

XENA

Du wirst was, mich töten? Das haben schon

bessere Männer als du versucht, Ares. Komm schon!

 

 

Ares greift Xena an und sie beginnen einen Schwertkampf. Ares springt über den Altar und schneidet Xena nahezu in zwei Hälften, aber Xena schafft es, zur rechten Zeit auszuweichen.

 

Ares schwingt das Kriegsschwert genau auf Xenas Kopf zu und schlägt daneben. Das Schwert prallt auf den Altar und ein Donnerschlag hallt durch den Raum.

 

Der Altar kippt mit einem Krachen um, um darunter eine Reihe von Stufen zu enthüllen. Ares knallt sein Schwert gegen Xenas und Xena weicht unter seiner Stärke einen Schritt zurück.

 

Ares attackiert wieder, zwingt Xena erneut zurück, dieses Mal die erste Stufe hinunter.

 

ARES

Du willst es dir mit mir verderben? In Ordnung,

Xena. Du hast bekommen, was du wolltest.

Ich werde dir endlich IN DEINEN ARSCH TRETEN!

 

Ares springt auf die oberste Stufe, dann springt er auf und tritt aus, kickt Xena die Stufen hinunter. Ares folgt ihr mit einem Lachen.

 

Gabrielle klettert hervor von wo sie sich versteckt hatte, geht hinter ihnen her und verschwindet außer Sicht, als das Geräusch von aufeinanderschlagenden Schwertern ertönt, zusammen mit einem Schrei.

 

SCHNITT ZU:

 

INNEN. ARES’ TEMPEL - UNTERGRUND - NACHT

 

Xena und Ares kämpfen. Sie befinden sich in einer Hauptkammer. An einer Seite ist eine große Öffnung und das Innere scheint ein grabähnlicher Raum zu sein, der keinen Sarkophag enthält.

 

Xena leidet am meisten unter dem Kampf. Sie behauptet sich, aber Ares kriegt sie unter und sie fängt an, angeschlagen auszusehen. Ein blauer Fleck bedeckt eine Seite ihres Gesichtes.

 

ARES

Du bist meiner Aufmerksamkeit nicht wert, Xena.

 

Xena duckt sich unter einem Schlag, dann dreht sie sich um und greift Ares mit ihrem Schwert an, wechselt Hiebe mit ihm. Er dreht sich mit seinen Rücken zu der Öffnung und stößt nach ihr, wobei er sie fast erwischt, bevor sie zurückspringt.

 

ARES

(weiter)

Du wirst älter. Langsamer.

 

Gabrielle flitzt hinter Ares in den Raum.

 

XENA

Du bist älter als ich.

 

 

Xena springt plötzlich über Ares’ Kopf und dreht sich, dann tritt sie ihm in den Rücken. Ares kann gerade noch verhindern, dass er an die Wand kracht und hebt einen Stuhl auf, den er auf Xena wirft und sie an der Brust trifft.

 

XENA

(weiter)

So ein Temperament.

 

SCHNITT ZU:

 

INNEN. ARES’ TEMPEL - GRABKAMMER – ZUR SELBEN ZEIT

 

Gabrielle stürmt herein und sieht sich verzweifelt um. Sie sieht nicht das, was sie sucht, also rennt sie durch die Kammer und sucht überall.

 

Endlich erblickt sie einen Keramikkasten, genau in der richtigen Größe für ein Chakram. Sie öffnet ihn und im Innern liegt im Fackellicht schimmernd das gute Chakram.

 

Gabrielle streckt die Hand danach aus, dann hält sie inne, plötzlich unsicher.

 

GABRIELLE

Es braucht eine bestimmte Art von

Mensch, um das zu berühren.

(ausatmend)

Ich denke nicht, dass ich dafür noch in Frage komme.

 

 

Draußen stößt Xena einen Schrei aus und Ares lacht. Gabrielle blickt über ihre Schulter und sieht Ares Xena gegen die Wand drücken, sein Schwert erhoben.

 

Gabrielle betrachtet sie, dann dreht sie sich um und, während sie ihr Gesicht vor Erwartung verzieht, legt sie ihre Hand in den Kasten, schließt ihre Finger um das gute Chakram und hebt es mit einer schnellen Bewegung heraus.

 

SCHNITT ZU:

 

INNEN. ARES TEMPEL - UNTERGRUND - AUGENBLICKE SPÄTER

 

Xena bewegt ihren Kopf, gerade als Ares’ Schwertgriff gegen den Felsen klirrt. Xena wehrt sich mit all ihrer Stärke und wirft Ares zurück, dann duckt sie sich unter seinem Schwinger und rammt ihn mit ihrer Schulter.

 

Ares packt sie und wirft sie gegen die Wand. Sie lässt ihr Schwert fallen. Bevor sie es wieder aufheben kann, kickt er es von ihr weg, in die Grabkammer.

 

Xena springt an ihm vorbei und bekommt dabei die Breitseite seiner Klinge gegen ihre Schultern, während sie aufkommt und abrollt, sodass sie mit dem hinter ihr her stolzierenden Ares in der Grabkammer landet.

 

Gabrielle ist nirgendwo zu sehen.

 

Xena ergreift ihr Schwert und ändert die Richtung, um Ares zu überraschen. Er springt über sie, aber sie wirbelt mitten in der Luft herum und trifft sein Schwert mit ihrem Schwert so hart sie kann.

 

Ares’ Schwert geht auf einen Flug aus seiner Hand heraus und trifft die gegenüberliegende Wand. Xena baut ihren Vorteil aus und schwingt ihres gegen Ares, sodass sie ihn zwingt aus dem Weg zu hasten.

 

Sie dringt weiter vor, treibt ihn unbarmherzig jedes Mal einen Schritt zurück.  Ares zieht das böse Chakram und wehrt sie damit ab, fängt ihr Schwert am Chakram auf und lenkt es ab, während er versucht Xena mit der Kante aufzuschlitzen.

 

Sie beide atmen schwer. Ares packt Xenas Schwerthand und zieht sie zurück, dann stößt er mit dem bösen Chakram nach ihrer Kehle, seine Kante schneidet durch die Haut.

 

Aber sein Arm ist nicht ausreichend lang genug und Xena wirbelt herum und löst sich, unter der Berührung des Chakrams, das sie einst getragen hat, zitternd.

 

Ares setzt ihr nach, aber Xena duckt sich unter seinem Arm und entkommt, führt ihn quer durch den Raum, bevor sie die Wand hinaufläuft und sich davon abstößt, über seinen Kopf fliegt und nahe der Öffnung des Grabes landet.

 

ARES

Du machst mich wirklich sauer, Xena.

 

Xena lächelt.

 

XENA

Gut.

 

 

Ares legt den Kopf schief und wirft das Chakram mit großer Macht nach ihr. Xena weicht aus, aber das Chakram folgt ihr, Ares’ Willen gehorchend und sie stolpert und duckt sich um Hindernisse in dem Raum, bis sie sich an der anderen Wand befindet und ihr der Platz zum Wegrennen ausgeht.

 

Sie dreht sich um und das Chakram kommt genau auf ihr Gesicht zu. Im allerletzten Moment wirft sie sich aus seiner Bahn und es trifft die Wand.

 

Es zerbricht in zwei Hälften. Beide Hälften fliegen kreiselnd aus dem Raum. Xena lacht. Sie steht auf und wendet sich Ares zu. Er ist wütend.

 

ARES

Du kleine....

 

XENA

Lohnt sich nicht, ein

Geschenk zurückzufordern, Ares.

 

ARES

Ich werde einfach gehen und es in Ordnung bringen lassen.

 

Ares dreht sich um nach seinem Schwert zu suchen, dann bemerkt er etwas an der Wand über seinem Kopf.

 

Es ist das Auge des Hephaistos.

 

Ares lacht und zeigt auf Xena.

 

ARES

(weiter)

Du dachtest, du könntest mich damit

einfangen? Xena! Du bist eine Idiotin.

Wo hast du das alte Ding ausgegraben?

 

XENA

Du wärst überrascht.

 

Ares sieht sie an, dann das Auge.

 

ARES

Oh, ich verstehe. Du dachtest, du triffst

es mit dem Chakram, nicht wahr?

Ooh... Hab ich Xenas Plan vermasselt?

 

Xena sieht ihn an.

 

ARES

(weiter)

Du bist dort drüben, ich bin hier

und du hast kein Chakram,

Xena. Du verlierst. Ich gewinne.

 

Ares hebt seine Hände. Blitzstrahlen beginnen sich zu formen.

 

ARES

(weiter)

Du weißt, ich fand dich echt stark, Xena.

Aber ich stehe jetzt einfach... So... ÜBER DIR.

 

Ares schießt zwei riesige Blitze ab. Xena taucht aus dem Weg.

 

XENA

Du hast eine Sache vergessen, Ares.

 

ARES

Oh ja, DICH!

 

Gabrielle tritt in die Öffnung.

 

GABRIELLE

Nein, mich.

 

 

Gabrielle wirft das gute Chakram. Es trifft das Auge und das Auge öffnet sich, ein unerträgliches Licht aussendend.

 

ARES

NEIIIN!!!!!!!

 

Gabrielle fängt das Chakram, während Xena durch den Eingang springt. Sie stürzen zusammen, als das Licht aus dem Auge bricht und alles in ein so leuchtendes Silber verwandelt, dass sie nichts sehen können.

 

ARES

(weiter)

NEEEIIIIIIIIIN!!!!!!!!!!!!!!!!!!

 

 

Ares’ Schrei hallt durch das Grab und als das Licht verblasst, verblasst ebenso seine Stimme.

 

Xena und Gabrielle liegen auf dem Boden, die Arme schützend ihre Köpfe bedeckend, bis der Raum zu dem Halbdunkel seines Fackellichtes zurückkehrt und die Geräusche hinter ihnen verstummen.

 

Langsam heben sie ihre Köpfe und drehen sich um, um zu schauen.

 

Das Grab ist verschlossen. Das Auge bewacht es... für das bloße Auge schwach leuchtend mit einer fast unsichtbaren Macht.

 

Xena und Gabrielle setzen sich auf und sehen sich an. Nach einem Moment der Stille streckt Gabrielle die Hand nach oben und wischt ein wenig Blut von Xenas Nasenbein.

 

Xena bringt ein leichtes Lächeln zustande.

 

XENA

Es ist vorbei.

 

 

Gabrielle sieht zu dem versiegelten Grab.

 

GABRIELLE

Es ist vorbei.

 

 

Langsam stehen sie auf, wobei sie sich gegenseitig stützen und trotten sogar noch langsamer die Stufen zum Tempel hinauf.

 

ABBLENDE.

 

ENDE DES VIERTEN AKTES

 

ANHANG

 

AUSSEN. HANG OBERHALB ARES’ TEMPEL – FRÜHER MORGEN

 

Xena und Gabrielle sitzen auf ein paar Felsen und schauen über das Tal, wo Ares’ Tempel gestanden hat. Das Gebäude ist zu seinem heruntergekommenen Zustand zurückgekehrt und die Leute, die sich dort versammelt hatten, haben sich sehr ratlos in ihre Häuser verteilt.

 

XENA

Vielleicht brauchen Menschen wirklich etwas, woran

sie glauben, Gabrielle. Aber nicht dieses Etwas.

 

Gabrielle hält das gute Chakram locker zwischen ihren Händen umschlossen.

 

GABRIELLE

Vielleicht, aber ich denke, Menschen, die an

Gewalt glauben wollen, werden immer

jemanden wie ihn finden, um sie zu führen.

 

XENA

Hm. Ja.

 

Sie sieht hinaus über den Hügel.

 

XENA

(weiter)

Aber wir sind ihn los. Du und ich.

 

Gabrielle nickt.

 

GABRIELLE

Es fühlt sich seltsam an.

 

Sie sieht hinunter auf das Chakram.

 

GABRIELLE

(weiter)

Fast genauso seltsam wie

das wiederzuhaben.

 

Xena sieht ebenfalls hin. Sie lächelt, aber es ist ein trauriges Lächeln.

 

XENA

Gewöhn dich besser dran.

 

 

Gabrielle begutachtet das Chakram. Dann bietet sie es Xena an.

 

GABRIELLE

Hier.

 

Xena sieht sie an, als wäre sie verrückt.

 

XENA

Etwas vergessen? Ich kann das nicht

nehmen, Gabrielle. Ich bin kein reines Herz.

 

Gabrielle lässt ihre Hand ausgestreckt, wobei sie Xena einfach fest ansieht.

 

GABRIELLE

Nimm es.

 

Sie hält inne und beobachtet Xena.

 

GABRIELLE

(weiter)

Vertrau mir.

 

 

Xena zögert, dann hebt sie ihre Hand und schließt ihre Finger um das Chakram und zuckt reflexartig zusammen, als ihre Haut es berührt.

 

Nichts passiert.

 

Gabrielle öffnet ihre Hand und lässt das Chakram bei Xena.  Xena starrt es an.  Gabrielle tätschelt Xenas Bein.

 

 

GABRIELLE

(weiter)

Es ist lausig zum Fisch schneiden.

Du behältst es.

 

Gabrielle steht auf und beginnt durch das Gras zu laufen. Nach einem Augenblick des Nachdenkens steht Xena auf und folgt ihr, das Chakram fest mit einer Hand umklammernd.

 

Xena holt Gabrielle ein und sie legen gegenseitig ihre Arme um sich und laufen hinaus in die grasbewachsene Ferne, während Argo II hinter ihnen her schlendert.

 

 

ABBLENDE.

 

DISCLAIMER
Der Erinnerung an Kevin Smith gewidmet.
Ein außergewöhnlicher Mensch, der mit uns die Macht und die Leidenschaft teilte,
 die ihn zum Gott des Krieges machte und zu einen rundum netten Kerl.